Mátraverebély » Deutsch
Mátraverebély liegt im Norden Ungarns, im Nordischen Mittelgebirge. Der Name des einst Bergbaudorfes verrät uns, dass sich das Dorf im Mátra-Gebirge befindet, tatsächlich liegt es aber am Zusammentreffen der Mátra und der Cserhát, im Tal der Zagyva, in einer wunderschönen Umgebung. Während sich im Westen die wildromantische Mátra über das Dorf erhöht, mit Ausblick auf das romantische Farkaslyuk (Wolfsloch), wird es im Osten – etwa als Gegenpunkt – von den zarten, weichen Flachhängen der Cserhát begrenzt.
Die rätselhafte Familie Vereb
Wussten Sie, dass sich hier eines der signifikantesten Denkmäler Ungarns befindet? Die auf romanischen Grund erbaute, frühgotische Kirche wurde in den Schriften erst 1329 erwähnt. Gotische Fresken aus dem 15. Jahrhundert schmücken deren Wände, und die aus Stein gehauene Kanzel wurde im Stil der Spätrenaissance errichtet. Den ursprünglichen Charakter hat sich die Kirche bis heute bewahrt, die endgültige Form jedoch um 1830 erhalten.
Hier liegt auch das Grabdenkmal von Péter Vereb, dem Gründer des Dorfes, der im Jahre 1403 beerdigt wurde und welcher bis zum heutigen Tag eine rätselhafte Figur unserer Geschichte darstellt. Laut einigen Vermutungen war er der Vater von János Hunyadi und somit der Großvater von König Mattias. Diese Theorie ist nicht gänzlich erwiesen worden, die nahe Verbindung von Péter Vereb zu König Sigmund ist jedoch unbestreitbar.
Gräfliche Erbschaft
Im aus dem 18. Jahrhundert stammenden Gebäude mit Denkmalcharakter, dem einstigen Schloß Almásy, fungiert heute eine Schule. In dessen Nähe befindet sich ein mit außergwöhnlichen Pflanzen besiedelter Schloßgarten. Der sich im Schatten der jahrhundertealten Bäume versteckende Park, welcher einst als Schauplatz der Spaziergänge von Komtessen diente, bietet heute ein Zuhause für Dorffeste und Festivals.
Einen Denkmalcharakter weist auch der im Barockstil errichtete Getreidespeicher der Siedlung auf, der im 18. Jahrhundert erbaut, aber in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts umgebaut wurde.
Ein Ort der Wunder
Seit 8 Jahrhunderten pilgern Menschen nach Szentkút (Heiligbrunnen). Warum auch?
Hier die Legende:
Es lebte einmal, irgendwann im 11. Jahrhundert ein armer Schäfer und sein stummer Sohn. Sie weideten die Herde des Dorfes in der Gegend des heutigen Szentkút. Eines Tages hatte der Junge eine seltsame Erscheinung: Zwischen dem Laub der Bäume sah er die Heilige Jungfrau, mit dem Kleinkind auf dem Arm, und zeigte auf eine Quelle. Der stumme Junge trank vom Wasser, und ein Wunder geschah: Seine Zunge löste sich im Nu. Er rief laut seinen Vater, der vor lauter Verblüffung kein Wort raus brachte. Er vertiefte das Grübchen der Quelle, und so entstand die bis heute wasserreiche heilige Quelle, die Heilige Mária Quelle, aus deren sieben Hähnen seit Jahrhunderten heilendes Wasser fließt.
Die Erinnerung an das Treffen des Jungen und der Heiligen Jungfrau bewahrt eine behauene Steinskulptur. Außer den dokumentierten Wundern leben zahlreiche Berichte über sich hier ereignete unerklärliche Fälle.
Mitte der 1700-er Jahre erbaute Graf János Almásy die Kirche der Szentkúter Weihestätte, 1970 ernannte der Papst das Gebäude „Basilica Minor“. Auf der Ostseite steht das Ordenshaus der Franziskaner, auf der Westseite auf der auenartig angelegten, mit Bäumen bewachsenen Fläche werden Freilichtmessen gehalten. Jährlich sehen sich mehrere Hunderttausende in Szentkút um, nicht zufällig hat es 2006 den Rang „Nationale Weihestätte“ erhalten. Am Anfang des vergangenen Jahrhunderts erbaute man hinter dem Freilichtaltar die Lourdes-Höhle, die sich auf deren Wand reihenden Danktafeln aus Marmor zeugen auch von der wunderwirkenden Kraft des Ortes und Glaubens.
Die Quellen der Heiligen
Ein angenehmer, schattiger Pfad führt zu den Quellen Szent Imre (Heiliger Heinrich) und Szent László (Heiliger Ladislaus), um die gleichermaßen in die Vorvergangenheit zurückführende Legenden kreisen. Am Ende des 11. Jahrhunderts haben Feinde den Heiligen König László und seine Soldaten als diese nach plündernden Kumanen jagten, in ein schmales Tal gedrängt. Die Ungarn hatten kein Wasser, worauf der Heilige Ladislaus seine Lanze in einen Felsen stieß. Dort entsprang eine wasserreiche Quelle.
Eine andere Legende besagt, dass die den Heiligen Ladislaus jagenden Kumanen den König in ein Tal drängten. Vor dem König stand eine riesige Kluft. Tapfer übersprang der König die Kluft mit seinem Pferd, und aus der Spur des Hufeisens entsprang kristallklares Wasser.
Die Remete-Höhle (Einsiedler-Höhle)
In der Nähe der Szentkúter Weihestätte, an der Seite des Meszes-tető finden wir die Einsiedler-Höhlen, die ein romanhaftes und außergewöhnliches Flair verbreiten. Die Einsiedler bewohnten seit dem 18. Jahrhundert die in den Felsen eingekerbten Hohlräume. Späte Nachkommen konnte man sogar in den 1930-er Jahren antreffen.
Die Räuberwelt
Wissen Sie wer Marci Vidróczki war?
Was Mitte des 18. Jahrhunderts Sándor Rózsa für die Räuberwelt der Großen Tiefebene bedeutete, verbindet sich in unserer Region mit dem Namen von Márton Vidróczki (1837-1873). Es kreisen zahlreiche humorvolle, witzige Geschichten über sein Leben und seine Abenteuer um: Wie er sich vor den Panduren unterm Rock der Kneipenwirtin versteckte, wie er die müden Zigeuner auf der Hochzeit eines Richters zum Musizieren brachte, woraus sich dann ein derartiges Vergnügen entwickelte, dass das ganze Dorf mit ihm feierte. Die Umstände seines Lebens und Todes hielt Zoltán Kodály auch in seinem Werk Mátrai képek (Bilder aus der Mátra-Gegend) fest. Zu seinem Andenken ist eine geschnitzte Holzskulptur errichtet worden, die sich bei der Szentkúter Verzweigung über die Zagyva erhebt. Von dort schaut der berühmte Räuber, Márton Vidróczki auf den Schauplatz seiner Verstecke.
Mátraverebély-Szentkút ist mit seiner wunderbaren Gebirgslandschaft der herausragende Schauplatz sowie für den kirchlichen als auch für den weltlichen Tourismus, mit mehr als 200.000 Besuchern jährlich.
Besuchen Sie uns als Gläubiger oder als einfacher Wanderer, eines ist sicher: Sie werden sich nach dem märchenhaften Tal, geprägt von den Wundern der Jahrhunderte zurücksehnen.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
